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Heidrun, wie bewertest Du den Trend, dass GLP-1-Medikamente wie Ozempic oder Wegovy zunehmend auch von Menschen ohne medizinische Indikation, also rein aus ästhetischen Gründen, genutzt werden?

Wenn die Spritzen ohne medizinische Notwendigkeit genutzt werden, dienen Sie als Lifestyle-Produkte. Allerdings verursachen sie bei den meisten Anwendern heftige, unangenehme Nebenwirkungen. Mit Genuss hat das nichts zu tun, eher mit dem Gegenteil. Warum investieren die Kunden die Kosten für die Spritze (etwa 150 bis 500 Euro pro Monat) nicht in tolle, gesunde, kalorienarme Lebensmittel?Und wie schätzt Du diese Medikamente für Menschen mit Übergewicht ein?

Sicher gibt es Menschen, die ohne medikamentöse Begleitung nicht ausreichend Gewicht verlieren können. Aber das betrifft nur einen Bruchteil der Bevölkerung. Alle anderen halten sich besser an den Grundsatz: Wer abnehmen möchte, muss weniger Energie zuführen, als er verbraucht. 

Was bedeutet der Boom der Abnehmspritzen für die Lebensmittelindustrie, den Lebensmittelhandel oder die Diätbranche?

Ich verstehe, dass die Nahrungsmittelproduzenten die Abnehm-Spritzen mit Sorge sehen, schließlich essen die Verwender weniger, kleinere Portionen. Das wirkt sich auch auf den Umsatz der Händler aus. Speziell in der Handelsgastronomie sollten sie überlegen, mehr kleine Portionen anzubieten. Für die Diätbranche sehe auch Chancen, speziell bei Nahrungsergänzungsmitteln. Denn wenn die Medikamente im Darm für eine Revolte sorgen, verliert der Körper unter anderem Mineralstoffe und Spurenelemente, die er zum Leben braucht.

(IG FÜR Redaktion)