Frau Meyer, Edeka Südwest setzt als genossenschaftlich organisiertes Unternehmen bereits seit vielen Jahrzehnten auf regionales Engagement und die enge Zusammenarbeit mit landwirtschaftlichen Betrieben und Lieferanten aus der Nachbarschaft. Warum?
Michaela Meyer: Edeka Südwest ist untrennbar mit dem regionalen Einzugsgebiet verbunden und fest in der Region verwurzelt. Das ergibt sich aus unserer dezentralen Struktur. Dort, wo Edekaner aktiv sind, knüpfen und pflegen wir vertrauensvolle Partnerschaften mit Produzenten der Land- und Lebensmittelwirtschaft. Wir suchen kontinuierlich nach neuen Partnern. Das ist für uns als Händler ein ganz natürlicher Prozess und somit integraler Bestandteil unserer unternehmerischen DNA. Damit nehmen wir eine bedeutende Rolle in der Vermarktung regionaler Produkte im Südwesten ein. Rund 30 Prozent der Waren in unseren Märkten stammen von regionalen Anbietern. Wir machen regionale Produkte in unseren Märkten sichtbar..
Das müssen Sie uns etwas näher erläutern …
M.M.: Da sind zum einen die selbstständigen Edeka-Kaufleute, die in ihrem jeweiligen Umfeld individuelle Kooperationen unterhalten. Auf lokaler Ebene ist eine einzelne Kauffrau bzw. ein einzelner Kaufmann vielfach mit bis zu 120 lokalen Erzeugerbetrieben verbunden.
Mit Landwirten und Winzern oder anderen ortansässigen Lebensmittelproduzenten. Diese beliefern deren Edeka-Märkte direkt, beispielsweise mit saisonalem Obst und Gemüse, mit frischen Eiern oder Getränken. Zum anderen fördern wir auch auf der Großhandelsstufe Kontakte zur heimischen Landwirtschaft und Herstellern aus der Region. Daraus entstehen dann wiederum regionale Eigenmarken wie „Unsere Heimat“, die dieses Jahr schon ihren 20. Geburtstag feiert und hinter der mittlerweile rund 1.500 regionale Betriebe stehen. Oder auch regionale Eigenmarken wie „Hofglück“ für Fleisch- und Wurstwaren aus dem Südwesten mit besonderem Fokus auf das Tierwohl. Auch diese regionale Vielfalt landet schließlich exklusiv in den Edeka-Märkten.
Und welche konkreten Vorteile resultieren aus dieser Strategie – also, sowohl für die Verbraucherinnen und Verbraucher als auch für die beteiligten Unternehmen?
M.M.: Es sind vielschichtige Vorteile, von denen unterschiedliche Partner entlang der Wertschöpfungskette profitieren können. Viele Kundinnen und Kunden legen Wert auf Transparenz bei Herkunft und Qualität.. Die Transportwege bei Lebensmitteln aus regionaler Erzeugung sind kurz und die Rückverfolgbarkeit der Artikel ist gesichert. Regionale Sortimente sind für uns ein wichtiges Differenzierungsmerkmal. Zugleich unterstützen wir Produzenten, indem wir beispielsweise Abnahmemengen zusichern. Denn Landwirtschaft muss rentabel wirtschaften können. Nur so erhalten die Erzeugerbetriebe langfristige Perspektiven. Arbeitsplätze bleiben erhalten und es können sogar neue entstehen. Das wiederum stärkt die Kaufkraft der Menschen vor Ort. Und so schließt sich der Kreis.
Erst kürzlich startete EDEKA auch wieder eine Kampagne für regionale Lebensmittel …
M.M.: Stimmt, mit dem neuen Label „Von Herzen regional“ und dem gelben Herz zeigen wir in unseren Märkten ein einheitliches Gesicht, um den Absatz regionaler Produkte gezielt zu fördern. Wir machen diese für unsere Kundschaft so noch sicht- und noch greifbarer.


