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IG FÜR-Beiratsmitglied Dr. Christoph Then von Testbiotech gibt Auskunft über die ungewollten Veränderungen der Epigenetik. 

NL epigenetik

Sicher sei sie, die neue Gentechnik. Und in jedem Fall sicherer als konventionelle Züchtungsmethoden. Das hört und liest man gegenwärtig überall – auch und vor allem deshalb, weil viele ExpertInnen auf dem Gebiet der Anwendung der neuen Gentechnikverfahren dieses Argument immer wieder mit Nachdruck vertreten. 

Dass dies so aber nicht stimmt, ist durch zahlreiche Studien belegt: Sowohl ungewollte Veränderungen der Zielsequenz der DNA (On-Target-Effekte) als auch Veränderungen abseits der Zielsequenz (Off-Target-Effekte) wurden zahlreich beobachtet. Und die möglichen Resultate, d.h. die Gesamtheit und Muster dieser Veränderungen, sind nicht immer mit den Ergebnissen konventioneller Züchtung zu vergleichen.

Eine neue Studie an Mäusen zeigt jetzt außerdem, dass neue Gentechnikverfahren auch Veränderungen der sogenannten Epigenetik zur Folge haben können. Diese Studie ist zunächst vor allem für medizinische Anwendungen wichtig, könnte aber auch für die Abschätzung von Umweltrisiken Bedeutung erlangen. 

Veränderungen der Epigenetik und deren Bedeutung
Bei epigenetischen Veränderungen geht es nicht um Veränderungen von Genen, sondern um deren Regulierung. Die Änderungen betreffen also nicht die Basenpaare der DNA, sondern deren ‚Methylierung‘. Dabei handelt es sich um sogenannte ‚epigenetische Marker‘, die darüber entscheiden, welche Gene in welchen Zellen abgelesen oder stillgelegt werden. 
Epigenetische Marker sind keine Mutationen der DNA, sondern biochemische Anhängsel der DNA. Die Veränderungen sind vererbbar und könnten unter anderem zu Störungen der embryonalen Entwicklung führen.

In der aktuellen Studie wurden vererbbare Veränderungen der Epigenetik an Mäusen nachgewiesen, denen mit neuen Gentechnikverfahren zusätzliche genetische Informationen ins Erbgut eingesetzt wurden. Ein weiteres Mal zeigt dies vor allem eines: Viele Fragen rund um die neuen Gentechnikverfahren sind ungeklärt. Weitere Untersuchungen müssen jetzt zum Beispiel zeigen, ob ähnliche Effekte auch bei Insekten oder Pflanzen zu beobachten sind.

Klar ist: Die aktuellen Ergebnisse hinterlassen nicht nur viele offene Fragen bezüglich medizinischer Anwendungen, sondern auch im Kontext der Umweltrisikobewertung. So werden beispielsweise sogenannte Gene-Drive-Organismen mit Hilfe der Gen-Schere CRISPR/Cas so verändert, dass zusätzliche genetische Informationen in das Erbgut aller Nachkommen eingefügt werden. Wenn es dabei auch zu ungewollten Veränderungen der Genregulierung kommt, erschwert dies die Prüfung der Umweltrisiken erheblich. 

 

Foto und Tex: Testbiotech

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