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Es wurde viel diskutiert, verworfen, verschoben und von vorne aufgerollt. Aber jetzt ist es beschlossen: der Nutri-Score kommt! 

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Am 09.Oktober 2020 stimmte der Bundesrat der entsprechenden Verordnung zu. Diese wurde von der Bundesministerin für Ernährung und Landwirtschaft, Julia Klöckner, eingereicht. Die Verordnung wird voraussichtlich Anfang November in Kraft treten.

Der Nutri-Score dient dazu, die Nährwerte eines Lebensmittels sofort im Blick zu haben und verschiedene Produkte miteinander zu vergleichen. Der Nutri-Score ist in Form einer fünfstufigen Farb-Buchstabenkombination von A (grün) bis E (rot) auf der Verpackungsvorderseite einzelner Lebensmittel zu sehen. Lebensmittel, die einen Beitrag zu gesunder, ausgewogener Ernährung leisten, werden mit einem grünen A versehen. Je mehr Fett, Zucker und Salz ein Produkt enthält, desto mehr sinkt es auf der Skala.

Julia Klöckner sagt, die Einführung der Nährwertampel ist „ein wichtiger Schritt hin zu einem stärkeren Bewusstsein beim Lebensmitteleinkauf und gegen versteckte Dickmacher.“ VerbraucherInnen „sollen wissen können, was sie essen – mit dem Mehr an Information ermöglichen wir eine gesündere Ernährung. Zudem bleibt die Nährwerttabelle auf der Rückseite erhalten.“

Die Kennzeichnung von Lebensmittel mit dem Nutri-Score ist für Hersteller allerdings nicht verpflichtend, sondern erfolgt auf freiwilliger Basis. Dies hat zur Folge, dass Hersteller von ungesunden Produkten die Nährwertampel einfach nicht verwenden. Vorreiter bei der Kennzeichnung in Deutschland ist die Firma Nestlé, die bereits Anfang des Jahres verschiedene Produkte mit dem Nutri-Score versehen hat. Kritik an dem neuen System kommt bereits jetzt unter anderem sowohl vom Bundesverband für Naturkost Naturwaren (BNN) als auch vom Verband der ölsaatenverarbeitenden Industrie in Deutschland (OVID). Der BNN kritisiert die Benachteiligung von Bio-Lebensmittel, die aufgrund der gesetzlichen Vorlagen auf synthetische Ersatzstoffe verzichten. Dies findet im Nutri-Score allerings keine Beachtung, weswegen beispielsweise Bio-Apfelsaft schlechter eingestuft wird als Cola light. Der OVID merkt hingegen an, dass im Rahmen des Nährwertampelsystems selbst gesunde Pflanzenöle und -fette wie Raps-, Sonnenblumen- oder Olivenöl in den Kategorien C oder D eingestuft werden. Grund dafür ist, dass der Nutri-Score die unterschiedlichen Fettsäuren nicht berücksichtigt. Der Verband befürchtet eine Abwertung von gesunden Pflanzenölen.

Der Nutri-Score kann also positiv zu einer ausgewogeneren Ernährung beitragen. „Es ersetzt aber nicht die Bewertung des gesamten Lebensmittels, zum Beispiel durch den Blick auf die Zutatenliste und Nährwertkennzeichnung, oder gar die Bewertung der täglichen Lebensmittelauswahl insgesamt“, sagt der Präsident der Deutschen Gesellschaft für Ernährung e.V. (DGE), Jakob Linseisen (siehe BMEL). 

Quellen: 
Lebensmittelpraxis, 09.10.2020
Lebensmittelpraxis, 20.08.2020

Foto: Lebensmittelpraxis

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