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Von der IG FÜR Redaktion
Wissenschaftler des britischen Forschungsinstituts UK Centre for Ecology & Hydrology (UKCEH) haben in einer aktuellen Studie nachgewiesen, dass die Bodenfeuchtigkeit eine entscheidende Rolle bei der Entstehung und Intensität von Gewittern spielt. Insbesondere großräumige Unterschiede in der Bodenfeuchte, zwischen sehr trockenen und sehr feuchten Regionen, können zu deutlich stärkeren Unwettern führen.

In den betroffenen Gebieten entstehen sogenannte mesoskalige Konvektionssysteme, das sind großflächige Gewitterzellen, die mit extremem Starkregen und teilweise verheerenden Folgen einhergehen. Solche Wettersysteme treten vor allem in Westafrika, Indien, Südamerika und Nordaustralien auf – Regionen, in denen zusammen rund vier Milliarden Menschen leben. Die Forschenden des UKCEH konnten zeigen, dass Kontraste in der Bodenfeuchte die Regenmenge um bis zu 30 Prozent erhöhen und die Ausdehnung der Gewitterwolken vergrößern können. Der Mechanismus dahinter: Trockene Böden erhitzen sich schneller als feuchte und verstärken dadurch die aufsteigende Luftbewegung, die zur Bildung großer Sturmzellen führt. Besonders bemerkenswert ist, dass sich diese Veränderungen bereits mehrere Tage vor dem Gewitter in den Bodenfeuchtedaten abzeichnen. Dies eröffnet neue Möglichkeiten für Frühwarnsysteme, mit denen sich gefährliche Unwetter bis zu sechs Stunden früher als bisher prognostizieren lassen könnten. Parallel dazu hat das UKCEH auch die Entwicklung von Bodenfeuchte-Dürren unter dem Einfluss des Klimawandels untersucht. Die Auswertung von Langzeitdaten aus dem Messnetzwerk COSMOS-UK, das mit kosmischen Neutronen die Bodenfeuchtigkeit überwacht, zeigt, dass extreme Dürren künftig deutlich häufiger und länger auftreten werden.

Während solche Ereignisse in der Vergangenheit durchschnittlich alle 16 Jahre auftraten, rechnen die Forschenden in Zukunft mit einer Häufung auf alle drei bis sechs Jahre – mit möglichen dramatischen Auswirkungen auf Landwirtschaft, Wasserversorgung und Ökosysteme. Die Studien verdeutlichen, wie eng die Wechselwirkungen zwischen Boden, Atmosphäre und Klima sind. Sie unterstreichen die Notwendigkeit, Bodenfeuchtedaten stärker in Wetter- und Klimamodelle zu integrieren, um die Wettervorhersage zu verbessern und sich besser auf extreme Wetterereignisse vorbereiten zu können. Das UKCEH leistet mit seinen Forschungsarbeiten einen bedeutenden Beitrag zum besseren Verständnis dieser komplexen Zusammenhänge – und liefert zugleich wichtige Impulse für die Entwicklung zukunftsfähiger Strategien zur Anpassung an den Klimawandel.

Quelle: https://www.ceh.ac.uk/press/soil-conditions-significantly-increase-rainfall-worlds-megastorm-hotspots