Jeder Deutsche isst im Jahr 230 Eier. Für diesen Verbrauch schlüpfen jährlich über 50 Millionen Legehennen, aber auch genauso viele Hähne. Im Gegensatz zu den weiblichen sind die männlichen Küken für die Industrie wertlos und werden nach kürzester Zeit getötet.

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Aufgrund der stetig steigenden Nachfrage nach Eiern und Fleisch werden weltweit hauptsächlich Hühner gezüchtet (sog. Hybridhühner), die entweder nur zur Produktion von Eiern oder Fleisch genutzt werden. Dies hat zur Folge, dass in der Legehennenzucht keine Verwendung für männliche Küken besteht. So werden allein in Deutschland rund 50 Millionen männliche Küken geschreddert, vergast und anschließend entsorgt oder als Tierfutter an Zoos und Tierhandlungen verkauft. Diese Verfahren werden zunehmend von der Öffentlichkeit kritisiert. Initiativen, vor allem aus der ökologischen Land- und Lebensmittelwirtschaft, sind auf der Suche nach wirtschaftlich tragbaren Alternativen, um der Kükentötung ein Ende zu bereiten.

Einer dieser Alternativprojekte sind die Züchtung von Zweinutzungshühnern. Diese Rassen eignen sich sowohl zur Ei- als auch zur Fleischproduktion, wodurch die männlichen Küken folglich nicht getötet werden müssen. Allerdings legen Zweinutzungshühner weniger Eier und setzen auch langsamer Fleisch an, wodurch sie weniger wirtschaftlich sind. Auch die Produktionsbedingungen stellen eine große Herausforderung dar, da die Zweinutzungshühner durch ihren vielfältigen Körperbau nicht für standardisierte Produktionsanlagen geeignet sind. Die Umstellung des Produktionsprozesses ist zeit- und kostenintensiv.

Aufgrund der stetig steigenden Nachfrage nach Eiern von Zweinutzungshühnern muss auch die Vermarktung des Fleisches optimiert werden. Dieses ist nämlich weitaus weniger gefragt, was auf zwei Faktoren zurückzuführen ist:

1. HÖHERE KOSTEN
Die Produktion ist aufwändiger und teurer, da aus der schlechteren Futterverwertung der Hühner eine längere Mastdauer resultiert. Hinzu kommen zusätzliche Kosten für spezielle Produktionsanlagen. Das Ergebnis sind ein höherer Produktpreis und die damit verbundene geringere Nachfrage durch den Verbraucher.

2. QUALITÄTSUNTERSCHIED
Aufgrund des höheren Alters und der schlechteren Futterverwertung ist die Konsistenz des Fleisches verändert. Das Fleisch weist einen intensiveren Geschmack auf und erfordert ein anderes Verarbeitungs- bzw. Zubereitungsverfahren, mit welchem die meisten Verbraucher nicht vertraut sind.

Diese Faktoren erfordern eine höhere Transparenz, damit Verbraucher besser über Herkunft und Zubereitung des Fleisches informiert werden und den Kauf nicht scheuen. Hierfür ist ein hoher Einsatz von Marketingmaßnahmen und eine gute Zusammenarbeit mit dem Händler gefordert. Zudem stellt die Produktion und der Vertrieb von Fertigprodukten eine denkbare Lösung dar. Dadurch würden die Verbraucher bei der Zubereitung entlastet werden und der Preis für das bereits verarbeitete Produkt könnte, durch eine Mischkalkulation aller Komponenten, dem Kunden attraktiver erscheinen als das unverarbeitete Produkt. Allerdings ist bisher das Angebot an Eiern und Fleisch von Zweinutzungshühnern nicht flächendeckend vorhanden, wodurch weitere Schritte notwendig sind, um die Züchtung und Haltung von Zweinutzungshühnern deutschlandweit zu etablieren.


Quellen:
www.alnatura.de
www.oekolandbau.de

Termine und Veranstaltungen

Ob Symposium, Fachtagungen, Vorträge oder Vorstandstreffen, hier informieren wir Sie über kommende Veranstaltungen der
IG FÜR in den Arbeitsgruppen Kempten und Fulda.

Arbeitsgruppe Fulda

Jeden ersten Montag im Monat organisiert die IG FÜR interessante Vorträge in Fulda rund um die Themen Gesundheit und nachhaltiges Leben.

Veranstaltungsort: tegut… Zentrale, Gerloser Weg 72, 36039 Fulda, Raum: Wasserkuppe (im 3. Obergeschoss)

Eintritt frei, Spenden sind willkommen!

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Arbeitsgruppe Kempten

Jeden letzten Mittwoch des Monats organisiert die IG FÜR interessante Vorträge in Kempten rund um die Themen Gesundheit und nachhaltiges Leben.

Veranstaltungsort: 's Lorenz, Prälat-Götz-Straße, 287439 Kempten, Telefon: 0831 28584

Eintritt frei, Spenden sind willkommen!

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IG FÜR Unterwegs

Immer mittendrin, immer im Austausch. Die IG FÜR sucht den Kontakt mit der Öffentlichkeit, um so ein gesellschaftliches Bewusstsein von der Bedeutung gesunder Lebensmittel für die Gesundheit der Menschen zu fördern.

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IG FÜR MAGAZIN

Die IG FÜR gibt in regelmäßigen Abständen das IG FÜR Magazin (ehem. IG FÜR Zeitung) heraus, um ihre Mitglieder rund um das Thema „Lebensmittel sind Mittel zum Leben“ und über die Aktivitäten der IG FÜR zu informieren. Die aktuellen Ausgaben finden Sie hier zum Download. Viel Spass beim Schmökern!

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