Statements zu den Ergebnissen des kürzlich veröffentlichten Oxfam-Berichts „Die Zeit ist reif“ („Ripe for Change“) über Menschenrechts- und Arbeitsrechtsverletzungen in globalen Lieferketten.

Fotolia 97901962 Subscription XL Beitragsbild

Die Ergebnisse des kürzlich veröffentlichten Oxfam-Berichts über Menschenrechts- und Arbeitsrechtsverletzungen in globalen Lieferketten stellen die großen deutschen Supermarktketten in ein ziemlich schlechtes Licht. Im Vergleich zu anderen großen europäischen Supermärkten schneiden Deutschlands „Big Four“, Aldi, EDEKA, Lidl und REWE, bei dem Supermarkt-Check mit am schlechtesten ab. Laut Oxfam Deutschland sind „überall dort, wo Menschen Lebensmittel für Supermärkte in Deutschland und anderen Ländern produzieren, (..) Leid und Ausbeutung an der Tagesordnung.“ So kritisiert Oxfam unter anderem zu niedrige Löhne von ArbeiterInnen, oft unterhalb des Existenzminimums, fehlende Arbeitsverträge und soziale Sicherung, Diskriminierung von Frauen sowie Zwangs- und Kinderarbeit. Oxfam International ist ein internationaler Verbund von Hilfs- und Entwicklungsorganisationen.

Der Arzt Dr. Ulrich Kraft, IG FÜR Mitglied, war entsetzt über diese Ergebnisse. Er wies uns auf den Bericht mit der Bitte um Aufklärung hin. Die IG FÜR bat daraufhin ihre beiden Mitglieder EDEKA und die REWE Group um eine Stellungnahme.

EDEKA und die REWE Group weisen die Ergebnisse des Berichts zurück. Laut EDEKA ist die Bewertung durch Oxfam nicht transparent und daher nicht nachvollziehbar. Weiterhin geht aus der Stellungnahme von EDEKA Folgendes hervor: „Ein fairer und verlässlicher Umgang mit unseren Handelspartnern gehört genauso zu unserer verantwortungsvollen Sortimentspolitik wie die Sicherstellung, dass die von uns gehandelten Produkte unter sozial und ökologisch vertretbaren Bedingungen hergestellt werden. (...) Grundstandards wie ILO setzen wir voraus, weitere Zertifizierungsstandards und Produktanforderungen kommen hinzu (...).“

Die REWE Group schätzt die Anforderungen von Oxfam als sehr ambitioniert und für einzelne Akteure womöglich nicht leistbar ein: „Das Thema Menschenrechte ist komplex und fordert alle Stakeholder der gesamten Agrarlieferkette (...) – aber auch Akteure wie z. B. die Politik in den jeweiligen Ländern.“ Dass auch die REWE Group ihre Verantwortung entlang der gesamten Wertschöpfungskette ernst nimmt, zeigt der gerade erschienene Nachhaltigkeitsbericht. Für alle Geschäftsbeziehungen der REWE Group ist die bereits 2011 veröffentlichte Leitlinie für Nachhaltiges Wirtschaften bindend. Diese orientiert sich an der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte der Vereinten Nationen, den Konventionen der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO) und dem UN Global Compact.

Sowohl EDEKA als auch die REWE Group arbeiten daran, die Sozial- und Arbeitsstandards in den globalen Lieferketten fortlaufend zu verbessern und weiterzuentwickeln, indem sie sich unter anderem im Rahmen internationaler Organisationen und Initiativen wie beispielsweise GLOBALG.A.P. (Risk Assessment on Social Practice) engagieren.

Wir kommen zu der Schlussfolgerung, dass die Bemühungen von EDEKA und der REWE Group sowie anderen großen Supermärkten (vgl. Nachhaltigkeitsberichte) im Hinblick auf die Achtung von Menschenrechten und den Umweltschutz von Oxfam nicht ausreichend wahrgenommen und wertgeschätzt werden. Dem Bericht mangelt es an Transparenz und wissenschaftlicher Fundiertheit. Wir betrachten ihn nicht als Studie, sondern als Kampagne, welche die vorherrschenden Arbeitsbedingungen in den globalen Lieferketten dramatisiert.

Quelle:
Deutsche Kurzfassung des Oxfam-Berichts
(Oxfam Deutschland e. V.)

Weiterführende Informationen:
•    Nachhaltigkeitsbericht der REWE Group
•    Leitlinie für Nachhaltiges Wirtschaften (REWE Group)
•    Nachhaltigkeitsbericht von EDEKA 
•    GLOBALG.A.P. Risk Assessment on Social Practice
     (engl.)

Termine und Veranstaltungen

Ob Symposium, Fachtagungen, Vorträge oder Vorstandstreffen, hier informieren wir Sie über kommende Veranstaltungen der
IG FÜR in den Arbeitsgruppen Fulda und Kempten.

Arbeitsgruppe Fulda

Jeden ersten Montag des Monats organisiert die IG FÜR interessante Vorträge in Fulda rund um die Themen Gesundheit und nachhaltiges Leben.

Veranstaltungsort: tegut… Zentrale,
Betriebskantine (EG), Gerloser Weg 72, 36039 Fulda

Eintritt ist frei, Spenden sind willkommen!

Zu den Terminen

Arbeitsgruppe Kempten

Jeden letzten Mittwoch des Monats organisiert die IG FÜR interessante Vorträge in Kempten rund um die Themen Gesundheit und nachhaltiges Leben.

Veranstaltungsort: 's Lorenz, Prälat-Götz-Straße 2, 87439 Kempten; Telefon: 0831 28584

Eintritt ist frei, Spenden sind willkommen!

Zu den Terminen

IG FÜR Unterwegs

Immer mittendrin, immer im Austausch. Die IG FÜR sucht den Kontakt mit der Öffentlichkeit, um so ein gesellschaftliches Bewusstsein von der Bedeutung gesunder Lebensmittel für die Gesundheit der Menschen zu fördern.

Weitere IG FÜR Unterwegs Beiträge

IG FÜR MAGAZIN

Die IG FÜR gibt in regelmäßigen Abständen das IG FÜR Magazin (ehem. IG FÜR Zeitung) heraus, um ihre Mitglieder rund um das Thema „Lebensmittel sind Mittel zum Leben“ und über die Aktivitäten der IG FÜR zu informieren. Die aktuellen Ausgaben finden Sie hier zum Download. Viel Spass beim Schmökern!

IG FUER 2019 2 web 1240x1754px Mag

IG FÜR MAGAZIN 2/2019

  • Symposium "Klima-Wende jetzt! Mit dem Einkaufszettel die Welt retten?"
    am 12. September in Berlin - Referentenvorstellung
  • "Kleine Gase - Große Wirkung: Der Klimawandel"
  • Nanomaterialien - kein Zwerg kommt durch die Hintertür
  • Das Lebensmittel Wasser
  • Algen - das Superfood aus dem Meer

Ausgaben 2019: Nr. 1 / Nr. 2
Ausgaben 2018: Nr. 3Nr. 2 / Nr. 1
Ausgaben 2017: Nr. 3 / Nr. 2 / Nr. 1
Ausgaben 2016: Nr. 4 / Nr. 3 / Nr. 2 / Nr. 1
Ausgaben 2015: Nr. 3 / Nr. 2 / Nr. 1
Ausgaben 2014: Nr. 3 / Nr. 2 / Nr. 1
Ausgaben 2013: Nr. 3 / Nr. 2 / Nr. 1


Copyright © 2019 - Interessengemeinschaft FÜR gesunde Lebensmittel e.V.