Das Thema Zucker wird zunehmend von der Öffentlichkeit kritisiert. Doch was verbirgt sich hinter der süßen Sünde?

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Zucker wird kontrovers diskutiert. Häufig wird Zucker im Zusammenhang mit Übergewicht und ernährungsbedingten Erkrankungen genannt. Viele Aussagen entpuppen sich jedoch als Behauptungen, die längst widerlegt sind – sowohl von führenden Vertretern der Lebensmittelwirtschaft als auch Spitzenpolitikern wie Bundesernährungsminister Christian Schmidt. Das sind die größten Zucker-Mythen:

1. Der Mensch hat einen Bedarf an Zucker
In einer ARD-Talkshow stellte Bundesernährungsminister Christian Schmidt die Behauptung auf, dass jeder Mensch Zucker brauche. Tatsächlich ist es so, dass es keinen Bedarf gibt, Zucker als Lebensmittel aufzunehmen. Zwar benötigt das menschliche Gehirn Glukose, der Körper ist jedoch in der Lage, Glukose aus Stärke, welche in Brot, Nudeln oder Kartoffeln enthalten ist, aufzuspalten.

2. Zuckerhaltige Getränke machen nicht dick
Die Wirtschaftsvereinigung Alkoholfreie Getränke (wafg) äußerte sich in Bezug auf Erfrischungsgetränke, dass zwischen dem Konsum von zuckerhaltigen Getränken und Übergewicht keine Kausalität vorliege. Dies wird unter anderem von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) und der Internationalen Adipositas Gesellschaft widerlegt. Denn der Konsum von zuckergesüßten Erfrischungsgetränken fördert nachweislich sowohl bei Erwachsenen als auch bei Kindern Übergewicht.

3. Der Verbrauch an Zucker ist konstant
Die Lebensmittellobby stellte die Behauptung auf, die Absatzahlen für Zucker seien seit Jahrzehnten konstant und somit nicht die Ursache für den Anstieg des Übergewichtes. Diese Aussage ist nur bedingt richtig, denn obwohl der Pro-Kopf-Verbrauch von Haushaltszucker (Saccharose) seit 1985 konstant zwischen 30 und 35 Kilogramm im Jahr liegt, ist der Konsum von anderen Zuckerarten stark angestiegen. So hat sich der Pro-Kopf-Verbrauch der Zuckerarten Saccharose, Isoglukose, Glukose und Honig um mehr als 30 Prozent erhöht.

4. Ernährungsbildung ist das beste Mittel im Kampf gegen Übergewicht
Ernährungsbildung gilt schon im Kindesalter als gute Maßnahme gegen Fehlernährung und die daraus resultierenden gesundheitlichen Folgen. Allerdings zeigen Studien, dass durch Ernährungsbildung die Häufigkeit von Übergewicht bei Kindern lediglich um ein Prozent gesenkt werden kann. Stattdessen werden Maßnahmen gefordert, wie die Änderung des Lebensmittelangebots, der Kennzeichnung und des Marketings für Kinder.

5. Heutzutage werden genauso viele Kalorien aufgenommen wie früher
Günter Tissen, der Geschäftsführer der Wirtschaftlichen Vereinigung Zucker (WVZ), äußerte sich wie folgt: „Die Deutschen nehmen heute nachweislich nicht mehr Kalorien auf als früher“. Allerdings zeigen Daten der Ernährungsorganisation der Vereinigten Staaten (FAO), dass die Kalorienaufnahme in Deutschland deutlich angestiegen ist.

6. Steuern auf Lebensmittel sind wirkungslos
Führende Politiker sind gegen eine Besteuerung von zucker-, fett- und salzhaltigen Produkten, da die Erfahrungen aus anderen Ländern zeige, dass diese keinen nachhaltigen Erfolg im Kampf gegen Übergewicht hätten. Doch der Blick auf andere Länder zeigt genau das Gegenteil! In Finnland, Mexico oder Frankreich konnte nach der Einführung einer Limo-Steuer ein Rückgang des Zuckerkonsums verzeichnet werden. In Ungarn führte die Einführung einer derartigen Steuer dazu, dass 40 Prozent der Hersteller ihre Rezeptur änderten. Laut WHO führt eine 20-prozentige Sondersteuer zu einem 20-prozentigen Konsumrückgang.

7. Jeder trägt für sein Gewicht die Verantwortung. Staatliches Handeln entmündigt den Verbraucher
Bundesernährungsminister Christian Schmidt sagte: „Verantwortung für seine Gesundheit hat jeder selbst“. Diese Aussage ist zwar logisch, allerdings wird es der Bevölkerung erschwert, gesund zu leben. So mangelt es des Öfteren nicht an der Willenskraft des Menschen, sich gesund und ausgewogen zu ernähren, sondern an der gegenwärtigen politischen Lage und somit dem politischen Willen.

Quelle: Foodwatch.org/Zucker-Mythen

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