"Vielfalt verbindet", das ist die neue Kampagne der AöL im Kampf für die Erhaltung der Biodiversität.

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Dass unsere Biodiversität in den letzten Jahrzehnten extrem gelitten hat, ist nicht erst seit der medienwirksamen Studie zum fatalen Artensterben bekannt. Mitarbeiter des Entomologischen Vereins Krefeld haben herausgefunden, dass besonders das Insektensterben fortgeschritten ist. Die Ehrenamtlichen hatten zwischen 1989 und 2014 an insgesamt 88 Standorten in Nordrhein-Westfalen Fluginsekten gesammelt, ihre Art bestimmt und sie gewogen. Das Ergebnis ist desaströs: "Während wir 1995 noch 1,6 Kilogramm aus den Untersuchungsfallen sammelten, sind wir heute froh, wenn es 300 Gramm sind", bilanzierte Josef Tumbrinck, Vorsitzender vom Naturschutzbund Nabu in Nordrhein-Westfalen. Alle sind betroffen, Schmetterlinge, Bienen und Schwebfliegen. 80 Prozent der Biomasse fehlen mit einem Male. Und das hat fatale Folgen für den Menschen. Fehlen Bienen, Schmetterlinge und Fliegen, dann werden Pflanzen nicht mehr bestäubt und Vögeln fehlt die Nahrung. Und irgendwann dann auch dem Menschen.

Doch wie kommt es zum Verlust der Biodiversität? Eine der Hauptverursacher ist die konventionelle Landwirtschaft und ihr Einsatz von gefährlichen Pflanzenschutzmitteln, den Pestiziden. Ein weiterer Grund ist die Zerstörung von Lebensraum. So wird immer mehr Winterweizen statt Sommergetreide angebaut. Das hat zur Folge, dass der Weizen mitten in der Brutzeit der Lerchen geerntet wird. Dabei wird dann auch die in den Feldern abgelegte Brut getötet. Neben Umweltschadstoffen, Baugebieten und Straßen oder Überdüngung mit Stickstoff spielen auch die sogenannten Neonicotinoide, eine Gruppe von hochwirksamen Insektiziden, eine Rolle.

Was tut die Öko-Lebensmittelwirtschaft für Biodiversität?
Um das dramatische Artensterben nicht zu verschlimmern, sondern im Gegenteil die Biodiversität zu fördern, setzt der ökologische Landbau schon viele Jahre auf die Förderung des Bodenlebens und der Bodenfruchtbarkeit, durch mehr Wildkräuter auf den Äckern und durch den Einsatz von natürlichem Dünger. "Vom Ökolandbau profitiert die Artenvielfalt von Pflanzen und Wildbienen besonders. Die beobachteten Vorteile konzentrieren sich jedoch vor allem auf Ackerflächen", so Professor Dr. Kurt-Jürgen Hülsbergen von der TU München.

Mehr als 100 Unternehmen der ökologischen Lebensmittelwirtschaft haben sich in dem Herstellerverband "AöL" zusammengeschlossen. Durch verschiedene Verbandsprojekte und einzelne Firmeninitiativen fördern sie die Biodiversität in besonderem Maße. Um zu zeigen, wie das gehen kann, hat der Verband 2018 seine Biodiversitätskampagne "Vielfalt verbindet" ins Leben gerufen. Dort werden die Initiativen der Mitgliedsunternehmen auf einer Sonderseite vorgestellt. Beim Nudelhersteller "ALB-GOLD" gibt es ein umfassendes umweltpädagogisches Angebot für Besucher. Seminare, Workshops und Aktionstage, wie z. B. der Tag der Artenvielfalt, werden regelmäßig angeboten. Die Kräuter-Welt des Unternehmens wurde zudem im Rahmen der UN Dekade Biologische Vielfalt gewürdigt. Der Babynahrungshersteller HiPP engagiert sich für den Schutz der Artenvielfalt mit zahlreichen Projekten und kooperiert dabei mit Partnern aus Naturschutz und Wissenschaft. So unterstützt das Unternehmen auch die Erforschung von Schmetterlingen und Insekten in den Tropen durch die Zoologische Staatssammlung München (ZSM) in einem fortlaufenden Projekt. Seit 2009 erforscht HiPP auf dem Ehrensberger Hof (Musterhof für Biologische Vielfalt) in Pfaffenhofen Methoden, die sich im Grünlandbetrieb positiv auf Bodenfruchtbarkeit und Artenvielfalt auswirken.

Die AöL selbst stellt über das ganze Jahr 2018 weitere Initiativen seiner Mitglieder zur Förderung der Biodiversität vor. Außerdem widmet sich der Verband in der politischen Kommunikation und der Öffentlichkeitsarbeit in jedem Quartal einem Schwerpunktthema: Boden, Sorten, Klima und Betrieb. Die Schwerpunktthemen und deren Auswirkungen auf die Biodiversität sollen durch Filme, Hintergrundberichte und Experteninterviews beleuchtet und mit politischen Forderungen verknüpft werden. Zu den ersten Forderungen der AöL zählen deshalb höhere Preise für Lebensmittel aus konventionellem Anbau und eine Förderung der Biodiversitätsleistungen von Öko-Landwirten.

Anne Baumann
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit, Assoziation ökologischer Lebensmittelhersteller e. V. (AöL)

Quelle: IG FÜR Magazin 2/2018

Termine und Veranstaltungen

Ob Symposium, Fachtagungen, Vorträge oder Vorstandstreffen, hier informieren wir Sie über kommende Veranstaltungen der
IG FÜR in den Arbeitsgruppen Fulda und Kempten.

Arbeitsgruppe Fulda

Jeden ersten Montag des Monats organisiert die IG FÜR interessante Vorträge in Fulda rund um die Themen Gesundheit und nachhaltiges Leben.

Veranstaltungsort: tegut… Zentrale,
Betriebskantine (EG), Gerloser Weg 72, 36039 Fulda

Eintritt ist frei, Spenden sind willkommen!

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Arbeitsgruppe Kempten

Jeden letzten Mittwoch des Monats organisiert die IG FÜR interessante Vorträge in Kempten rund um die Themen Gesundheit und nachhaltiges Leben.

Veranstaltungsort: 's Lorenz, Prälat-Götz-Straße 2, 87439 Kempten; Telefon: 0831 28584

Eintritt ist frei, Spenden sind willkommen!

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IG FÜR Unterwegs

Immer mittendrin, immer im Austausch. Die IG FÜR sucht den Kontakt mit der Öffentlichkeit, um so ein gesellschaftliches Bewusstsein von der Bedeutung gesunder Lebensmittel für die Gesundheit der Menschen zu fördern.

Weitere IG FÜR Unterwegs Beiträge

IG FÜR MAGAZIN

Die IG FÜR gibt in regelmäßigen Abständen das IG FÜR Magazin (ehem. IG FÜR Zeitung) heraus, um ihre Mitglieder rund um das Thema „Lebensmittel sind Mittel zum Leben“ und über die Aktivitäten der IG FÜR zu informieren. Die aktuellen Ausgaben finden Sie hier zum Download. Viel Spass beim Schmökern!

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IG FÜR MAGAZIN 2/2019

  • Symposium "Klima-Wende jetzt! Mit dem Einkaufszettel die Welt retten?"
    am 12. September in Berlin - Referentenvorstellung
  • "Kleine Gase - Große Wirkung: Der Klimawandel"
  • Nanomaterialien - kein Zwerg kommt durch die Hintertür
  • Das Lebensmittel Wasser
  • Algen - das Superfood aus dem Meer

Ausgaben 2019: Nr. 1 / Nr. 2
Ausgaben 2018: Nr. 3Nr. 2 / Nr. 1
Ausgaben 2017: Nr. 3 / Nr. 2 / Nr. 1
Ausgaben 2016: Nr. 4 / Nr. 3 / Nr. 2 / Nr. 1
Ausgaben 2015: Nr. 3 / Nr. 2 / Nr. 1
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