Testbiotech klagt gegen Importzulassung von Gentechnik-Soja

soy 964324 KleinWeil bei der Importzulassung von Gentechnik-Soja Rückstände von Herbiziden, gegen die die Pflanzen resistent sind, nicht geprüft wurden, klagt Testbiotech gegen die EU-Kommission.

Testbiotech befasst sich mit der Folgenabschätzung im Bereich der Biotechnologie, fordert & fördert unabhängige Forschung, untersucht ethische als auch wirtschaftliche Folgen und prüft Risiken für Mensch und Umwelt. Der Geschäftsführer Dr. Christoph Then ist IG FÜR Mitglied.

Trotz spezieller Gutachten, mehreren Eingaben bei der EU-Kommission und der Unterstützung durch einige Tausend E-Mails, die an die EU-Kommission verschickt wurden, wurden die Lücken in der Risikobewertung bei der Importzulassung von Gentechnik-Soja nicht geschlossen. Mensch und Umwelt werden so einem erheblichen Risiko ausgesetzt, obwohl deren Schutz laut EU Vorrang vor wirtschaftlichen Interessen hat. Testbiotech hat deswegen jetzt eine Klage gegen die EU-Kommission eingereicht. Bleibt zu hoffen, dass die Richter dazu beitragen, einen Politikwechsel herbeizuführen.

Ähnlich kompromisslos zeigt sich die EU-Kommission bei der Frage der Anbauzulassung von gentechnisch verändertem Mais: Obwohl ein erhebliches Ausbreitungsrisiko über in Spanien heimisch gewordene Teosinte-Pflanzen besteht, hatte die EU-Kommission den Anbau zur Abstimmung freigegeben. So wird erheblicher Schaden für Landwirte und Umwelt in den betroffenen Regionen in Kauf genommen. Auch zu diesem Thema haben engagierte BürgerInnen über die Website von Testbiotech Tausende von E-Mails an die EU-Kommission versendet. Jetzt erschien eine wissenschaftliche Publikation, zu deren Finanzierung auch Testbiotech beigetragen hat. In dieser wurden die in Spanien wachsenden Teosinte-Pflanzen erstmals genauer untersucht. Die Pflanzen können der Studie zufolge keiner bekannten Unterart zugeordnet werden, sind aber offensichtlich in der Lage, sich mit Mais zu kreuzen. Jetzt sind weitere Untersuchungen dringlich. Auch die EU-Kommission wurde von den Ergebnissen unterrichtet – ob sie ihren Kurs jetzt endlich ändert, bleibt abzuwarten.

Die Probleme der EU sind durch die Politik des deutschen Bundeslandwirtschaftsministers Christian Schmidt mitverschuldet. Sein Ministerium ist bei diesem Thema federführend. Nie gab es von ihm aber irgendwelche Signale, dass die Standards der Risikoprüfung angehoben beziehungsweise Zulassungen verweigert werden müssen. Auch zuletzt hatte das Ministerium auf Nachfrage von Testbiotech nur sehr ausweichend geantwortet (Lesen Sie hier die Antwort des BMEL). Während sich die CSU in Bayern gentechnikkritisch gibt, steuert Minister Schmidt in eine ganz andere Richtung.

Schreiben Sie im Rahmen der Mitmachaktion von Testbiotech an Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt und helfen Sie mit, dem Schutz von Mensch und Umwelt endlich einen höheren Stellenwert zu verschaffen! Zur Mitmachaktion.

Quelle: Testbiotech e.V.


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