Warnung vor neuem Gen-Soja

Sojabohne webTestbiotech warnt vor der EU-Zulassung einer neuen gentechnisch veränderten Soja der Firma Monsanto. Sie soll in Kombination mit gleich zwei Spritzmitteln eingesetzt werden.

Die Soja MON 87708 × MON 89788 ist gleich gegen zwei Spritzmittel resistent: Glyphosat und Dicamba. Beide Unkrautvernichtungsmittel hinterlassen Rückstände in den Pflanzen, die möglicherweise krebserregend sind: Glyphosat wurde jüngst von einer internationalen Arbeitsgruppe als "wahrscheinlich krebserregend" eingestuft. Dicamba wird in den Pflanzen unter anderem zu Stoffen wie Formaldehyd abgebaut, das bereits seit mehreren Jahren als krebserregend eingestuft wird. Es ist zu befürchten, dass die Ernte der Soja regelmäßig eine spezielle Kombination giftiger Rückstände enthalten wird, was zu einer permanenten Belastung der Nahrungskette führen kann.

Es ist das erste Mal, dass die Spritzmittel auf diese Weise im Doppelpack beim Anbau von Soja eingesetzt werden sollen. Unter der Bezeichnung "Roundup Ready® Xtend Crop System" sollen die Pflanzen in Regionen wie den USA angebaut werden, in denen es Schwierigkeiten mit herbizidresistenten Unkräutern gibt. Die Ernte soll dann als Lebens- und Futtermittel in die EU importiert werden. 30 bis 40 Millionen Tonnen Soja werden Jahr für Jahr von der EU importiert und hauptsächlich an Nutztiere verfüttert.

"Die Agro-Gentechnik führt inzwischen zu einem regelrechten Wettrüsten auf dem Acker. Es sind bereits weitere gentechnisch veränderte Pflanzen zur Zulassung angemeldet, die gegen vier Herbizide gleichzeitig resistent gemacht wurden", sagt Christoph Then von Testbiotech. "Dadurch gelangen immer mehr Giftstoffe in die Nahrungskette und in die Umwelt."

Die Europäische Lebensmittelbehörde (EFSA) hat die Gentechnik-Soja begutachtet, aber die spezifische Mischung von Rückständen der Spritzmittel und deren mögliche gesundheitliche Risiken nicht berücksichtigt. Die EFSA folgt in ihrer Risikobewertung vielmehr dem Grundsatz, dass die Herbizide, die auf Gentechnik-Pflanzen versprüht werden, bereits im Rahmen der Pestizidzulassung geprüft wurden. Dabei wird aber die spezifische Mischung der Rückstände in diesen Pflanzen nicht berücksichtigt. Mit der Gentechnik-Soja wurden auch keine Fütterungsstudien durchgeführt.

Testbiotech hat einen Aufruf an die EU-Kommission gestartet, damit diese die Gentechnik-Soja nicht zulässt und spezielle Prüfverfahren für herbizidresistente, gentechnisch veränderte Pflanzen und die möglichen Kombinationswirkungen festlegt.

Hier können Sie den Aufruf unterstützen: www.testbiotech.org

Quelle: Pressemitteilung Testbiotech, 23.07.2015.


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