Neue Studie warnt: Europas Böden im Burn-out

970 Millionen Tonnen fruchtbarer Boden gehen der EU jedes Jahr durch Erosion verloren. Agrarwissenschaftlerin Dr. Andrea Beste hat in der neuen Studie "Down to earth – Der Boden, von dem wir leben" besorgniserregende Fakten zusammengetragen.

In der vorliegenden Publikation zeigt die Co-Autorin des von BUND und Böll-Stiftung publizierten Bodenatlas’ die Ursachen dieser Entwicklung auf. Beste erläutert, welche Therapie Europas Böden dringend benötigen, um sich wieder zu erholen und für die Herausforderungen der Zukunft gewappnet zu sein.

Der Auftraggeber der Studie, Martin Häusling, agrarpolitischer Sprecher der Grünen/EFA im Europaparlament, kommentiert: "Es ist eine naive bis scheinheilige Darstellung, dass die Ernährung einer wachsenden Weltbevölkerung nur mit einer noch intensiveren Landwirtschaft erreicht werden kann. Das Gegenteil ist der Fall. Sinkt die Bodenfruchtbarkeit, sinken auch die Erträge. Bluten wir unsere Böden weiter aus, riskieren wir den Verlust unserer wichtigsten Lebensgrundlage, wir riskieren die Verschärfung von Hochwasserereignissen und auch das Trinkwasser gerät in Gefahr. Im Ergebnis produzieren wir so weltweit mehr Landflucht und Hungernde, aber nicht mehr Nahrungsmittel."

An die Politik in Deutschland und auf EU-Ebene appelliert die Studienverfasserin, dem Boden als unsere Lebensgrundlage endlich besseren Schutz zu gewähren, etwa durch die Umsetzung der von Deutschland ausgebremsten EU-Bodenschutzrichtlinie, eine deutlich ressourcenschonendere Agrarpolitik sowie die Förderung von agrarökologischen Ausbildungs- und Beratungsprogrammen.

An die Adresse der Landwirte gerichtet erklärt die Dr. Beste: "Unter den Bedingungen der aktuellen Agrarpolitik und den auf Weltmarktniveau ausgerichteten Erzeugerpreisen hat der einzelne Landwirt kaum die Chance, neben der Steigerung der Erträge den Kriterien der Schonung des Bodens oder des Naturhaushalts einen deutlich höheren Stellenwert einzuräumen. Die damit oftmals einhergehende Übernutzung des Bodens bedeutet faktisch eine Abkehr von dem traditionell nachhaltigen Umgang mit Boden, wie er über Generationen in der Landwirtschaft praktiziert wurde. Eine solche Landwirtschaft untergräbt ihre eigenen Ressourcen."

Die Studie finden Sie hier zum Download.

Quelle: Pressemitteilung Die Grünen / EFA im Europäischen Parlament, 15.10.2015.


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