Konzept für eine bedarfsorientierte Mengenregulierung der Milch

Kuh webImmer mehr Milcherzeuger protestieren deutschlandweit gegen die zu niedrigen Milchpreise. Die Upländer Bauernmolkerei präsentiert jetzt ein mögliches Lösungskonzept.

Die Bäuerinnen und Bauern der Milcherzeugergemeinschaft Hessen, die ihre Biomilch an die Upländer Bauernmolkerei liefern, bekunden ihre Solidarität mit den konventionell wirtschaftenden Kollegen. „Der viel zu niedrige konventionelle Milchpreis droht bäuerliche Existenzen zu vernichten. Jedoch liegt die Lösung nicht in einer Förderung des Exportes“, erklärt Josef Jacobi, Vorsitzender der Milcherzeugergemeinschaft Hessen, „wer auf dem Weltmarkt konkurrenzfähig sein will, braucht billige Milch in großen Mengen. Das führt nicht zu höheren Preisen für die Milcherzeuger“.

Die Upländer Bauernmolkerei geht mit ihrer regionalen Ausrichtung seit vielen Jahren einen anderen Weg.  Die Kunden der Biomilch zahlen Preise, die die Existenz der Bauern sichern. Bei biologisch erzeugten und regionalen Produkten steigt seit Jahren die Nachfrage.

Um Überschüsse auch in Zukunft zu vermeiden, haben die Mitglieder der Milcherzeugergemeinschaft Hessen ein Konzept zur bedarfsorientierten Mengenregulierung beschlossen. Dieses beinhaltet, dass jeder Milcherzeuger ein Lieferrecht für eine definierte Menge Milch erhält. Will er die Milchproduktion erhöhen, kann er einen entsprechenden Antrag beim Vorstand der Milcherzeugergemeinschaft stellen. Zurzeit werden die Anträge positiv beschieden, da der Absatz der Biomilchprodukte weiter wächst. Sollten sich in Zukunft Überschüsse abzeichnen, werden Anträge nicht genehmigt, bis der Bedarf wieder steigt. Liefern Betriebe dennoch mehr Milch, kann diese „Übermilch“ entsprechend einer schlechteren  Vermarktung mit einem geringeren Preis bezahlt werden. „Bei diesem Modell übernehmen die Milcherzeuger selbst mit Verantwortung dafür, dass sie keine Mengen über den Bedarf hinaus produzieren. Wir hoffen, dass damit auch in Zukunft Überschüsse und damit sinkende Milchpreise vermieden werden können“, so Karin Artzt-Steinbrink, die Geschäftsführerin der Upländer Bauernmolkerei.

Quelle: Pressemitteilung Upländer Bauernmolkerei GmbH, 31.08.2015.


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