Nanotechnologie - Auswirkungen auf die Gesundheit?

Ein "Nano" - abgeleitet von "nanos" dem griechischen Wort für Zwerg - entspricht einem milliardsten Meter. Zur besseren Veranschaulichung: Verkleinern Sie die Erdkugel auf Fußballmaße. Eine Vielzahl von Alltagsprodukten drängen auf den Markt, jedoch mit zumeist unklarem Nutzen oder Mehrwert. Georg Sedlmaier fasst die wichtigsten Punkte zusammen.

Die beschworenen Durchbrüche im Hinblick auf Ressourcenschonung bei der Herstellung, im Verbrauch sowie bei der Umwelttechnologie insgesamt, lassen weiter auf sich warten. Auf Grundlage des aktuellen wissenschaftlichen Erkenntnisstandes können noch keine eindeutigen Aussagen gemacht werden, welche Nanomaterialien in welcher Konfiguration besondere Gefahren für Mensch und Umwelt bergen. Vorallem das Einatmen von im biologischen Milieu beständigen nanomaterialhaltigen Stäuben wird gegenwärtig mit erhöhten gesundheitlichen Risiken assoziiert, da diese Stäube bis in die Lungenbläschen vordringen und dort bei Biobeständigkeit zu Entzündungen und chronischen Erkrankungen (bis hin zu Krebs) führen können.

Die Information über die Verwendung von Nanomaterialien in Produkten ist in Deutschland bzw. in Europa gesetzlich nicht (einheitlich) geregelt, sondern obliegt bislang zumeist der Entscheidung des Produktherstellers. (So wird zum Beispiel erst ab 2013 die Kennzeichnung von nanoskaligen Bestandteilen in Kosmetika in Europa verpflichtend) BMBF 2010 : 29

Von Verbrauchern erhobene relevante Forderungen:

  • Kennzeichnung, um eine Auswahl beim Kauf eines Produktes zu ermöglichen und um Produkttäuschung zu vermeiden.
  • aktive Informationspolitik über Forschungsvorhaben und Initiierung öffentlicher Diskussionen
  • umfangreiche Risikoforschung, Risikovorsorge und entsprechende Maßnahmen des Risikomanagements.
  • Zulassungsverfahren für nanoskalige Stoffe in Lebensmitteln oder ergänzende Prüfung von bereits zugelassenen Stoffen dann, wenn diese nanoskalig vorliegen.

 

Quellen: Umwelt.Medizin.Gesellschaft 24/4 2011, S. 280; MÖLLER et. al. 2009: 110 Auszug aus "Nanotechnologie: smalparts - great future" von Christoph Revermann Büro für Technologiefolgen Abschätzung beim Deutschen Bundestag (TAB) 10178 Berlin


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